„Für uns ist jetzt jedes Spiel ein Endspiel“ – Interview mit Gilchings-Trainer-Duo

Gilchings neues Trainerduo Meißner/Hänschke geht Mission Klassenerhalt zuversichtlich an

Mit einer internen Trainerlösung wollen die Fußballer des TSV Gilching-Argelsried den Klassenerhalt in der Landesliga Südwest sichern.

Gilching – Der Starnberger Merkur sprach mit Christoph Meißner und Tobias Hänschke über die Zusammenarbeit und die Zukunftspläne.

Wie fällt das Fazit der Vorbereitung aus?

Meißner: Es war eine eher unspektakuläre Vorbereitung. Die Spiele waren mal positiv, mal eher negativ, was aber ganz normal ist. Wir haben ja auch viel ausprobiert.

Wie haben sich die zuletzt Langzeitverletzten entwickelt?

Hänschke: Bei Burkibar Cisse waren wir vielleicht etwas zu optimistisch. Er trainiert zwar schon fleißig, doch das letzte Vertrauen in sein Knie ist noch nicht da. Wir werden da nichts überstürzen. Marvin Fauth war extrem trainingsfleißig und hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Auch Mucki Eichberg hat gezeigt, dass er sehr wichtig für uns werden wird. Auch wenn wir ihn zunächst auch über die Zweite aufbauen, brauchen wir so einen Typen wie ihn. Er ist körperlich sehr stark, immer laut, immer positiv. Benedikt Kuhn arbeitet intensiv an seinem Comeback, das ist echt beeindruckend bei so einem jungen Spieler. Aber vor dem Sommer wird das eher nichts.

Konnten sich die Neuzugänge schon gut integrieren?

Meißner: Oliver Stengelin hat gut angefangen, sich zuletzt aber leider einen Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel zugezogen und wird noch mindestens zwei Wochen fehlen. Er war etwas übermotiviert und hat es so leider nicht besser gemacht. Mit Leo Puco können wir erst mal nicht planen. Er ist immer noch in Kroatien und hat die gesamte Vorbereitung verpasst. Selbst wenn er demnächst zurückkommen sollte, muss er sich erst mal hinten anstellen. Sonst würden wir uns vor den Jungs auch unglaubwürdig machen. Wir setzen viel auf Trainingsfleiß.

Der prominenteste Neuzugang ist sicherlich Koray Altinay. Was erhoffen Sie sich von ihm?

Meißner: Mit ihm haben wir noch viel mehr Konkurrenzkampf in der Mannschaft. In der Vorrunde hat sich das Team fast von selbst aufgestellt. Das zeigt sich vor allem daran, dass selbst ich auf meine alten Tage noch die Schuhe schnüren musste.

Besteht nicht die Gefahr, dass sich andere Spieler hinter dem Ex-Profi verstecken?

Hänschke: Da werden wir genau hinschauen, dass das nicht passiert. Wer in einem Spiel nicht alles gibt, ist schneller draußen, als er schauen kann. Für uns gibt es nur ein Gas, und das ist Vollgas.

Mit welcher Spielphilosophie und Taktik wollen Sie in die Spiele gehen?

Meißner: Wir wollen, dass die Mannschaft mutig spielt. Im Fußball ist vieles Kopfsache. Die Spieler sollen aber auch Spaß dabei haben, dann klappt es auch mit dem Toreschießen leichter. Für uns ist jetzt jedes der 13 Spiele ein Endspiel. Wir dürfen kein Match mehr herschenken, das können wir uns nicht leisten. Egal ob der Gegner Erkheim oder Bobingen heißt. In dieser Liga ist jeder Gegner schlagbar.

In der ersten Saisonhälfte wirkte es manchmal so, als sei die Mannschaft nicht fit. Viele Spiele wurden am Ende aus der Hand gegeben.

Hänschke: Da kamen sicher mehrere Faktoren zusammen. Großes Problem war auch das Verletzungspech. Jetzt haben wir eine fitte Mannschaft, das sollte passen.

Warum hat es mit Ex-Trainer Sebastian Stangl nicht geklappt?

Meißner: Es wäre viel zu leicht, dem Trainer die alleinige Schuld zu geben. Er hatte eine schwierige Aufgabe, in die großen Fußstapfen von Peter Schmidt zu treten. Natürlich gab es mit der Mannschaft Reibungspunkte. Aber es kam vieles zusammen, da braucht es keine Schuldzuweisungen.

Wie gut harmonieren Sie als Trainerteam?

Hänschke: Wir sind es ja schon gewohnt, zusammen zu arbeiten. Christoph war Co-Trainer bei Sebastian Stangl und davor bei Peter Schmidt. Ich habe mit Robert Brand (Anm. d. Red.: Trainer der zweiten Mannschaft) zusammengearbeitet. Dazu sind wir gut befreundet und haben eine fast deckungsgleiche Meinung über die Herangehensweise beim Fußball.

Wer wird die letzte Entscheidung am Spielfeldrand haben?

Meißner: Wir werden schon vor den Partien mögliche Szenarien durchgehen, sodass wir auf alles vorbereitet sein werden. So kann man auch in der Hektik des Spielgeschehens zusammen schnelle Entscheidungen treffen.

Und wer wird die Kommandos an die Akteure geben?

Meißner: Tobias ist eher der ruhigere Typ im Vergleich zu mir. Aber wir werden beide die Spieler von der Seite aus bestmöglich unterstützen.

Interview: Tobias Huber