Hanna Frühauf unterbietet U23 DM Norm über 3000m Hindernis

21.05.2021

Die Wettkampfplanung im Zeichen von Corona erfordert kreative Ideen und eine gewisse Flexibilität. Und so machte sich am vergangenen Wochenende die 21-jährige Hanna Frühauf von der LG Würm Athletik auf den Weg nach Wien zu den österreichischen Staatsmeisterschaften, um dort die Qualifikationsnormen für die Deutschen Meisterschaften zu erfüllen.

Eine Einladung des österreichischen Leichtathletikverbands machte es möglich. Denn hierzulande ist Wettkampfsport nach wie vor nur erwachsenen Bundeskaderathleten gestattet. Oder allen Athleten, die aus dem Vorjahr noch eine gültige Norm vorweisen können. Pech für Hanna Frühauf, die nach einem Verletzungsjahr 2019 diese Norm im letzten Jahr knapp verfehlte. Zunächst sah es noch danach aus als könnte sie in Bayern einen Startplatz bekommen. Doch die Wettkämpfe wurden Reihenweise abgesagt. Im benachbarten Baden-Württemberg wurde die 3000m Hindernisläuferin schließlich für ein Rennen in Karlsruhe akzeptiert. Doch dann kam die Notbremse und aufgrund des Infektionsschutzgesetzes musste der Veranstalter die Teilnehmerfelder wieder reduzieren.

Somit war die 21-jährige Athletin aus Perchting wieder ohne Wettkampfmöglichkeit und es sah fast danach aus als wären die Mühen des Einzeltrainings im Winter vergebens gewesen. „Die Einladung nach Wien war die buchstäbliche Rettung in letzter Minute“, resümiert ihr Heimtrainer Torsten König. „Und gleichzeitig natürlich eine Herkulesaufgabe. Denn auf Anhieb im ersten Rennen eine neue Bestzeit und gleichzeitig Deutsche Norm zu laufen, noch dazu im Ausland, mit langer Anreise das hätte auch schief gehen können.“

Die Leichtathletikabteilung des TSV Gilching-Argelsried zeigte sich großzügig, kam für die Reisekosten auf und bei besten äußeren und organisatorischen Bedingungen wurde das Unternehmen ein voller Erfolg: Mit 11:49,02min konnte Frühauf ihre Bestzeit um knapp 20 Sekunden nach unten korrigieren und somit das Ticket für die Deutschen Meisterschaften im Juni in Koblenz lösen.

Außerdem gilt sie in Bayern mit dieser Zeit nun auch wieder als Spitzensportlerin und hat somit genauso ein Anrecht auf eine Starterlaubnis wie ihre jüngere Vereinskollegin Karin Dobiasch. Die 800m Spezialistin aus Hechendorf gehört nämlich noch der Altersklasse U18 an und hier gibt es – im Gegensatz zu den Aktiven – noch einen bayerischen Landeskader. Nun heißt es weiter trainieren und fit bleiben. Immerhin können die beiden Vereinskameradinnen künftig nun wieder gemeinsam auf Wettkämpfe reisen.