„Wenn ich sowas mache, dann zu 100%“ – „Vollblutfußballer“ Rodenwald neuer Trainer bei Gilching II

An der Seite von Brand

Der TSV Gilching-Argelsried II hat einen neuen Trainer. Hänschke übernahm im Winter die Landesligamannschaft, Rodenwald ersetzt ihn bis zum Sommer.

Gilching – Gut eineinhalb Jahre lang haben Robert Brand und Tobias Hänschke ein erfolgreiches Trainerduo bei der zweiten Herrenmannschaft des TSV Gilching-Argelsried gebildet. Nach und nach war Hänschke aus der Spielerrolle in die Position des spielenden Co-Trainers und zuletzt des ebenbürtigen Partners von Brand auf dem Feld gewachsen. Unter Leitung des Duos gelang den Fußballern im vergangenen Sommer nach mehreren vergeblichen Anläufen der ersehnte Sprung in die Kreisliga und in dieser Saison als Tabellenzweiter auf Anhieb die Qualifikation für die Kreisliga-Meisterrunde. Der langjährige Coach Brand betonte immer wieder den großen Einfluss Hänschkes sowohl auf die Trainingsarbeit als auch als spielender Trainer auf dem Rasen.

Im Winter allerdings wurde das Erfolgsduo gesprengt, denn Hänschke übernahm gemeinsam mit Christoph Meißner die Landesliga-Mannschaft. Doch Brand hatte bereits im vergangenen Jahr angedeutet, dass er an einer hochkarätigen Nachfolgelösung arbeite. Diese fand er in Christian Rodenwald. Der 35-Jährige war sechs Jahre lang unumstrittener Leistungsträger bei Gilchings Erster, ehe er im Sommer seine Karriere beendete. Schon bei seinem Abschied deutete er an: „Vielleicht werde ich auch mal eine andere Aufgabe übernehmen.“

Rodenwald unterstützt Brand bis zum Sommer – ausschließlich als Trainer

Dazu kam es nun gut ein halbes Jahr später. Brand bat Rodenwald nicht nur, beim 3:0-Heimsieg gegen den SC Unterpfaffenhofen kurz vor der Winterpause für ein paar Minuten als Spieler auszuhelfen, sondern fragte auch, ob dieser sich vorstellen könne, ihn bis zum Sommer als Trainer zu unterstützen. „Ich musste erst einmal ein bisschen überlegen. Denn wenn ich so etwas mache, dann nur zu 100 Prozent“, erklärt Rodenwald. Schließlich entschloss er sich jedoch dazu, seine ersten Trainererfahrungen beim Kreisligisten zu sammeln. Diese Entscheidung hat er nicht bereut. „Die Jungs haben mich sehr positiv aufgenommen, es macht viel Spaß“, sagt Rodenwald, der die B-Lizenz besitzt.

Brand ist optimistisch, dass in der neuen Konstellation eine Fortsetzung der zuletzt so erfolgreichen Arbeit gelingt. „Die Mannschaft kann von seiner Erfahrung nur profitieren, und auch ich kann mit fast 60 Jahren noch etwas lernen“, sagt der 58-Jährige. Anders als sein früherer Teamkollege Hänschke, mit dem Rodenwald einst bereits beim SC Fürstenfeldbruck zusammenspielte, will der neue Mann aber nicht mehr die Fußballschuhe schnüren. „Ich kann nicht mehr schmerzfrei spielen, und irgendwann ist es auch wichtig, dass man für die jungen Spieler Platz macht“, sagt er.

Rodenwald noch ohne Plan über den Sommer hinaus – Auftakt in die Meisterrunde gegen Geiselbullach

Wie es für ihn als Trainer nach dem Sommer weitergeht, ist noch offen. Grundsätzlich bezeichnet sich Rodenwald, den Brand einen „Vollblutfußballer“ nennt, als ambitioniert. Allerdings sei allein der Erwerb der A-Lizenz mit einem hohen Aufwand verbunden. Ob er diese in Angriff nehme, könne er jetzt noch nicht sagen. Er wolle Schritt für Schritt vorgehen.

Gilchings Zweite steht kurz vor dem Abschluss der Wintervorbereitung, am 24. März startet sie mit einem Heimspiel gegen den TSV Geiselbullach in die Meisterrunde. „Als Aufsteiger ist das Ziel ja erst einmal der Klassenerhalt, daher ist das eine absolute Luxussituation“, sagt Rodenwald. Er macht jedoch deutlich, dass er mehr möchte als nur mitspielen. „Es geht darum, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Diese Mentalität versuche ich zu vermitteln.“ (Tobias Empl)